Bolivien

11.05.11 - 19.05.11

Hier eine kleine Zusammenfassung der Gegeben- und Besonderheiten des Landes.

(Wichtig: Alles dies sind nur Erfahrungen und Erlebnisse, die wir hatten, es kann an anderen Stellen des Landes völlig anders sein und wir möchten nicht, dass Ihr den folgenden Text auf das gesamte Land und die Leute projiziert.)

Besondere Orte:
Uyuni – Die Touristenstadt selber ist eher uninteressant bis langweilig, völlig überfüllt und man kann primär Souvenirs erwerben. Die größte Salzwüste der Erde und der „Zug-Friedhof“, beides ca. 2 Km von der Stadt entfernt, sind dagegen absolute Highlights! Die Salzwüste hat eine Fläche von über 12.000 Quadratkilometern und bietet eine herrliche Kulisse für Fotomontagen. Bei schönem Wetter kann man sehr weit in die Wüste eintauchen und bis zu einer kleinen Kaktusinsel vordringen. Der Zugfriedhof ist beim Bau der neue Strecke entstanden, die Züge wurden einfach nicht mehr gebraucht, so dass das Gelände als Abstellgleis für alte Züge genutzt wurde. Was die Witterung und der hohe Salzgehalt der Luft in 15 Jahren mit dem Altmetall anstellen könnt ihr auf den Bildern sehen :-)
 
La Paz – Eine beeindruckende Stadtkulisse, die Stadt liegt in einem Tal und hat einen Höhenunterschied von über 700 Meter. Der höchste Punkt liegt bei 3.600 Meter. Die vielen kleinen Gassen und Straßen machen alles recht unübersichtlich. Wer die Stadt zu Fuß erkunden möchte sollte mehrere Karten dabei haben, sich über den Höhenunterschied im klaren sein und eine gute Kondition mitbringen. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier mal durch die kleinen Marktstraßen zu schlendern, wer warme Klamotten oder Mitbringsel für zu Hause braucht – hier ist der Platz, an dem man das Einkaufen sollte! Es gibt diverse Basketballplätze, allerdings haben wir nie jemanden spielen sehen…   

Rurrenabaque und Amazonas – Eine Stadt mitten im Dschungel, umgeben von grünen Bergen. Sehr touristisch, aber als Zwischenstation kommt niemand um diese Stadt herum und man kann es hier auch eine Nacht aushalten. Die Fahrt zu dem Umsteigepunkt auf das Boot, um in den Amazonas einzutauchen, dauert ca. 4 Stunden und ist ein hartes Stück Arbeit für das Sitzfleisch.

Isla del Sol und der Titicacasee – Der am höchsten gelegene schiffbare See der Erde auf knapp über  4. 000 Meter. Auf ihm gibt es mehrere sehenswerte Inseln und die „Floating-Dörfer“ (haben wir leider auslassen müssen, sie befinden sich auf der Peru-Seite des Sees). Die größte und bekannteste ist allerdings „Isla del Sol“, wo die Inkas angeblich ihren Ursprung her haben. Hier soll der Geburtsort der Sonne sein, neben den Treppen-Feldern und Inka-Ruinen ist der Ausblick auf den See und die Bergketten im Hintergrund ein echtes Muss!

Atacama Wüste – Eine der höchsten Wüsten der Erde, wir waren auf über 5.000 Meter, und bei der Durchquerung schliefen wir eine Nach auf über 4.500 Meter. Nichts für Hygiene-Freaks oder Frostbeulen, es wird Minus 20 Grad kalt, die Luft ist so dünn, dass jeder nach 100 Meter schon schwer atmet, und man sollte möglichst langsam gehen, die sanitären Möglichkeiten sind absolut einfach gehalten. Verdammt, aber es lohnt sich trotzdem :-) Hammerausblicke und geile Landschaften, die Salzlagunen und Flamingos sind echt sehenswert, und der Auf- und Untergang der Sonne ist verdammt genial.

Landschaft:
Bolivien hat hier wirklich alles zu bieten: Wüste, Salzwüste, Berglandschaften, Felsenwüste, Amazonasdschungel und eine beeindruckende Hauptstadt. Es wird nie langweilig, aus dem Fenster oder in die Ferne zu schauen!
 
Hostels:
Hostel Los Tucanes – Das etwas größere Hostel in Rurrenabaque liegt gut ca. 25 Meter von der Hauptstraße entfernt, die Zimmer sind für die hiesigen Verhältnisse ok. Das Frühstück kann man komplett vergessen, und wir durften miterleben wie einem Pärchen während des Schlafens die Kamera und das Geld aus dem Zimmer geklaut wurden :-(
 
Hostel Cruz de los Andes und Hostel del Sol – Gehören zusammen und haben beide vernünftige Zimmer und ein akzeptables Frühstück, das Doppelzimmer gibt es ab umgerechnet 16 €. Sie liegen zentral, aber nicht mitten in der Backpackarea, es gib einen Wäscheservice und diverse kleine Restaurants und Geschäfte in der Umgebung. Weiter ist 5 Minuten entfernt das Büro der Agentur „Fluvial Tours“, in dem wir alle Touren und Flüge gebucht haben.
 
Das Guesthouse „Ohne Name“ – Auf Isla del Sol lohnt sich die etwas längere Fahrt in den Norden der Insel. Von hier aus sind die Ruinen und Landschaften dort besser zu erreichen (ca. 1,30 Stunden zu Fuß). Das Guesthouse hat vernünftige Betten und einen akzeptablen Preis, als ich krank war, durften wir uns sogar noch einmal nach dem Check-out hinlegen und bekamen Coca-Tee umsonst, echt nett.
 
Essen:
Eintöpfe und Gegrilltes sind neben Früchten, Gemüse und Brötchen am Straßenrand der Hauptbestandteil der Nahrungsaufnahme in Bolivien. Es gibt viel Huhn und in den einheimischen Restaurants ist das Essen saugünstig, wir haben ein Menü mit Vorspeise, Hauptgang und Nachspeise für umgerechnet 1,50 € bekommen :-) Ganz wichtig ist den Einheimischen der Coca-Tee, es gibt ihnen an jeder Straßenecke, in jedem Restaurant und in den meisten Hotels sogar umsonst.
 
Wichtige Gegenstände:
Folgende Gegenstände sind für einen Besuch in Bolivien unverzichtbar!
-          Wasserflasche
-          Wörterbuch
-          Warme Kleidung
-          Kofferschloss
-          Taschenlampe
-          Mückenspray
-          Kopfschmerzmittel
-          Feste Schuhe
-          Eine gute Kondition
 
Straßen und Verkehr:
Auf dem Land gib es nur wenige gute Straßen, der Großteil ist echte Buckelpiste. Je näher man den Städten kommt, bzw. in den Städten geht es meistens klar, allerdings ist der Staßenzustand immer noch weit von einem guten Standard entfernt. In La Paz gilt eindeutig das Gesetz des Stärkeren, Dreisteren, Lauteren und dem größeren Auto – Wilder Verkehr dort!
 
Gefahren:
Höhenkrankheit : Stück für Stück an die Höhe gewöhnen und viel viel Wasser trinken. Die Kondition ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, denn bis auf das Amazonasgebiet liegt das Land auf einer Höhe zwischen 2000 und 5000 Meter. Die Luft ist dünn und an Sport kaum zu denken. Man sollte seine Kamera nicht gerade offen um den Hals tragen und sich vorher über die Taxis informieren (möglichst immer eines rufen lassen).
 
Wichtige Sätze:
-          Gracias – Danke
-          Ciao – Tschüs
-          Quanta costa? – Wieviel kostet es?
-          Discount – Discount :-)
 
Pralles/Komisches aus dem Nähkästchen:
-          In La Paz gib es Zebra-Maskottchen, die den Verkehr an einigen Kreuzungen regeln.
-          Generell sind alle Preise zu verhandeln, es ist viel drin, denn man kann alles an mindestens 20 verschiedenen Ständen kaufen, vergleichen lohnt sich also ebenfalls.
-          Es gibt hier gerne mal den einen oder anderen Streik, es funktionier eben nicht alles immer reibungslos und die Flüge sind oft vom Wetter abhängig, also ruhig mal das Internet oder das TV nach neuen News abfragen.
-          Man sollte schon mal drauf achten, wo man isst, nicht alles ist für den europäischen Magen verträglich :-)
-          Blähungen und Verstopfung gehören zu den Standard-Symptomen.
-          Die Fähren auf dem Titicacasee fahren nur, wenn sie voll genug sind, also sollte man eine Verspätung einkalkulieren, wenn man eine Weiterfahrt mit dem Bus geplant hat.